Trumbo (2015)

US 2015 – 124 Min. – Regie: Jay Roach – Besetzung: Bryan Cranston, Helen Mirren, John Goodman, Louis C.K., Elle Fanning, Michael Stuhlbarg, Peter Mackenzie – Kinostart: 10.03.2016 – Trailer


Dalton Trumbo, Familienvater, Roman- und Drehbuchautor, Oscarpreisträger und Kommunist. Erfolgreich und begabt, doch letztere Eigenschaft brachte ihm elf Monate Gefängnis und einen Platz auf der schwarzen Liste ein, nachdem er als einer der Hollywood Ten 1947 die Aussage vor dem Komitee für unamerikansiche Umtriebe verweigerte. Schreiben tat er trotzdem, mal als Sally Stubblefield, mal als Ben Perry und mal als Guy Encore. Unter seinem wohl berühmtesten Pseudonym, Robert Rich, schrieb er das Drehbuch zu Irving Rappers The Brave One, dessen Auszeichnung er vom heimischen Sofa aus miterlebte, genau wie den Oscar für Roman Holiday, den sein Freund Ian McLellan Hunter unter seinem Namen für Dalton entgegennahm. Bereits vor knapp neun Jahren widmete sich Peter Askins gleichnamige Doku dem berüchtigten Drehbuchautor, Jay Roachs (Meet the Parents) Adaption der Biographie Dalton Trumbo von Bruce Cook ist nun der erste Spielfilm über ihn.

Die Person im Mittelpunkt verkörpern tut Breaking Bad-Star Bryan Cranston, für die zuerst Schauspiel-Veteran Gary Oldman (León) angedacht war, was sicherlich alles andere als eine schlechte Besetzung gewesen wäre. Nichtsdestotrotz geht Cranston in seiner ersten großen Hauptrolle nach Breaking Bad vollkommen auf und legt eine begnadete Performance hin. Nachdem er in Gareth Edwards (demnächst Star Wars Episode VIII) Godzilla gnadenlos verschwendet wurde, macht er sich diesen Film, trotz ebenfalls hinreißender Leistungen seiner Kollegen, zu eigen. In der Nebendarsteller-Riege drängt sich überraschenderweise vor allem Trumbo-Tochter Elle Fanning (Super 8 ) in den Vordergrund, sowie Helen Mirren (Die Frau in Gold). John Goodman (The Big Lebowski) und Louis C.K. (Louie) spielt das komödiantische Drehbuch in den Lauf.

Denn trotz nicht zu verleugnender dramatischer Grundstruktur entpuppt sich John McNamaras Drehbuch als überaus humorvoll. In einer, für ein Drehbuchautoren-Biopic passend theatralischen Rhetorik, werden viele Wortgefechte geführt, ohne je schwülstige Ausmaße anzunehmen. Theodore Shapiros unaufdringlicher Score untermalt währenddessen die Momente fernab von humorvollen Spitzen mit einer unterschwelligen Eleganz. Seine politische Thematik hat Trumbo voll und ganz im Griff, nur geht er diese mit einer Behutsamkeit an, um seine Zuschauer nicht zu überfordern, durch die sich einige Längen einstellen, die die 124 Minuten in einigen Momenten deutlich spürbar werden lassen. Immer wieder etwas charmanten Schwung reinbringen tun dafür die gesäten Verweise auf die Filmwelt und nachgestellten Filmszenen mit dem eigenen Cast.

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