Kong: Skull Island (2017) Titelbild

Kong: Skull Island (2017)

US 2017 – 118 Min. – Regie: Jordan Vogt-Roberts – Besetzung: Tom Hiddleston, Brie Larson, Samuel L. Jackson, Toby Kebbell, John Goodman, John C. Reilly, Thomas Mann – Kinostart: 09.03.2017 – © Warner Bros. – Trailer


„This planet doesn’t belong to us.“


Aufnahmen von Kriegen und nuklearen Tests bilden wie schon bei Gareth Edwards Godzilla den Vorspann und Kontext von Kong: Skull Island. Spätestens wenn der erste von tausenden Songs aus der 70s-Hitparade aufgelegt wird, weicht die Ernsthaftigkeit des ersten Trailers aber einer bemühten Rock-’n-Roll-Attitüde, die sich aus satirisch überzeichneten Vietnam-Veteranen und Nixon-Wackelkopf zusammensetzt. Aus den Hubschraubern fallen Bomben und sprengen die inseleigene Fauna in die Luft, bis sich die Natur in Form von Affenkönig Kong ohne großes Zögern zu wehren beginnt. Nach einem kurzen Einstieg geht es relativ schnell ans Eingemachte und mindestens genauso schnell wird der ganze Schwachsinn so redundant wie das dauernde Plattenauflegen. Da will ein tosender Blockbuster als humanistische Kriegsallegorie belehren und unterhalten: Die Eindringlinge in King Kongs Wohnzimmer müssen einen Sinneswandel durchmachen, einsehen, wer der gemeinsame Feind ist und den menschlichen Gotteskomplex überwinden. Und nach einer überhetzten Dauerschleife aus Effektgewitter, peinlichen Comic-Relief-Momenten und Zeitlupen-Action wirkt Edwards‘ Godzilla auf einmal wie ein guter Film.

Einen Lichtblick bieten höchstens die kleinen Horror-Anwandlungen in einer toxisch vernebelten Inselgrube, in der die amphibischen „Skullcrawler“ herumkriechen. Die bösartigen Viecher sind nicht die einzigen Lebewesen, mit denen sich Kong seine Insel teilt. Riesige Wassergnus und eklige Bambus-Spinnen bevölkern das Dikicht. Bestaunen kann man trotzdem nur mäßig animierte Computerkreaturen, die teilweise sogar mit einem Videospiel-Cutscene-Vergleich zu schmeichelhaft beschrieben wären. Dieser bis auf ein paar nette Landschaftsaufnahmen absolut künstlich wirkende Film vermag sogar jeden einzelnen seiner hochgradig besetzten Cast-Mitglieder zu verschlucken. Einzig Samuel L. Jackson versucht mit einer beherzten B-Movie-Performance dagegen anzukämpfen. Die Blockbuster-Welt verheizt mit Jordan Vogt-Roberts (Kings of Summer) derweilen einen weiteren interessanten Jungregisseur im Greenscreen-Dschungel.

Erst wenn sich Kong: Skull Island von allem Ballast freimacht und so größenwahnsinnig durchdreht wie im großen Finale, in das scheinbar alle Gelder für die visuellen Effekte geflossen sind, macht der Film zumindest etwas Spaß. Vorher wird das sinnlose Sterben durch das Unterwandern einer dramatischen Aufopferung ironisch kommentiert (vielleicht der einzige Gag, der wirklich sitzt), der diesmal wirklich verdammt riesige Affe (tritt ja immerhin bald gegen Godzilla an) räumt noch ein paar Überbleibsel aus dem Weg, trommelt sich auf die Brust und wirft sich dann in die digitale Riesenschlacht. Doch selbst dieses durchaus reizvolle Spektakel-Finale kann das unangenehme Gefühl nicht nehmen, wenn gegen Ende „We’ll meet again“ spielt. Urgh.

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