Batman v Superman: Dawn of Justice (2016)

US 2016 – 151 Min. – Regie: Zack Snyder – Besetzung: Henry Cavill, Ben Affleck, Jesse Eisenberg, Gal Gadot, Amy Adams, Jeremy Irons, Holly Hunter, Scoot McNairy, Tao Okamoto – Kinostart: 24.03.2016 – Trailer


Ob es nun Zack Snyders eigene Intention war, oder einfach nur die zwangsläufige Reaktion nach der Kritik an Man of Steel, aber während in den ersten Minuten von Batman v Superman die Credits in gewohnter Snyder-Musikvideo-Optik (a.k.a Optik-Gewichse) über die origin story von Bruce Wayne flackern, rennt Ben Affleck als älterer Bruce Wayne auf der anderen Seite der Parallelmontage durch die zerstörten Straßen von Metropolis. In der Luft liefern sich derweil Superman und General Zod noch ihren Kampf und schleudern sich gegenseitig durch die Hochhäuser, während auf den Straßen Angst und Schrecken herrscht. Eine Reflexion, die das so oft kritisierte und äußerst fragwürdige Finale von Snyders Man of Steel so bitter nötig gehabt hätte und der Startschuss für die Problematik, die Batman v Superman in den nächsten Stunden so heuchlerisch vorgibt zu ergründen.

Eine Montage aus Berichterstattungen, in der die Welt diskutiert, ob es einen Superman geben sollten, bildet das dünne Fundament, auf dem sich die Plattitüden häufen. In Ansätzen versteckt sich bei der Figurenzeichnung in diesem Rahmen sogar Potenzial, das mit der Realisierung, dass Zack Snyder nach Superman nun auch die Batman-Figur falsch verstanden hat, aber schnell entkräftet wird. Nebenbei reichern sich in der ersten Stunde um die eine Million Subplots an, die jegliche Struktur in Unübersichtlichkeit untergehen lassen. Dazu haftet BvS auch das Übel an, weitere Ableger des DC Extended Universe anzuteasen. Zeit nehmen tut man sich dafür, nur ist es schmerzhaft mit anzusehen, wie (wahrscheinlich) Chris Terrios Ansätze nacheinander in Snyders aufgeblasener Inszenierung oder unter David S. Goyers schlampiger Arbeit untergehen. Einzig auf Watchmen-Kameramann Larry Fong ist verlass, dessen teils atemberaubende Comic-Panel-Bilder aber wieder einmal durch Snyders typisches color grading verschmutzt wurden.

Jesse Eisenberg spackt in einer unfassbar anstrengenden Zappel-Performance als Drahtzieher Lex Luthor herum und treibt den „Hauptplot“ voran, der ab einer nicht einschätzbären Anzahl von unendlich langen Minuten nur noch ein Klumpen dummer Dialoge und blöder Actionsetpieces ist. Ab diesem Zeitpunkt ist Batman v Superman wahrhaftig einer der schlimmsten „Filme“, die ich mir je ansehen musste. Das gesamte Finale ist ein einziger sinnesbetäubender, körperlich anstrengender, seelenloser, überlanger Lärm, zu dem der dauereingesetzte Hans-Zimmer-Score hämmert, der, bis auf zwei nette Themes, nur aus lauten Geräuschen besteht. So könnte man übrigens auch große Teile des sonstigen Films zusammenfassen.

Batman v Superman nervt! Zack Snyder hat nichts dazugelernt und fabriziert mit seinem zweiten DCEU-Film ein absolutes Anti-Werk. Außer in minimalen Ansätzen funktioniert nichts in diesem bescheuerten, überladenen Gekloppe. Ein Film so unfassbar schlecht, dass mir etwas die Worte fehlen und statt Hass eher Fassungslosigkeit aus mir spricht.

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