Ant-Man & The Wasp (2018)

Eine Verschnaufpause – sehr viel mehr musste der erste Ant-Man seinerzeit nicht sein, um den erstickenden Dimensionen des zweiten Avengers-Abenteuers entgegenzuwirken. Eine Rechnung, die für Marvel scheinbar aufgegangen ist. Auch die Rückkehr von Ant-Man, dieses Mal mit weiblichem Pendant The Wasp an seiner Seite, ist ein Luftholen nach (und vor) dem Finale, das sich weitestgehend von den Kontinuitätszwängen seines filmischen Universum freimacht. Pflichtschuldige Verbiegungen, um sich möglichst konform in die bestehende Reihe einzufügen, weichen der losgelösten wie attraktiven Idee, eine lockere Superheldenkomödie zu erzählen, in der alle paar Minuten etwas Großes klein und etwas Kleines groß wird. Und in der Paul Rudd mal wieder Paul Rudd spielen darf.

Ein geglücktes Unterfangen, auch wenn die Fortsetzung ein Problem ihres Vorgängers übernimmt und sogar intensiviert. Während alle Figuren, darunter gleich drei Widersacher, für das Finale in Stellung gebracht werden, erstickt die erste Filmhälfte beinahe an ihrer Redseligkeit. Immerzu finden sich die Figuren in Situationen wieder, in denen sie sich gegenseitig ihre Motivation erklären, von ihrer Vergangenheit berichten oder über komplizierte Technologie fachsimpeln. Selbstverständlich sind diese Momente von Humor durchsetzt, den Rudd und seine Co-Stars durchaus zu liefern imstande sind, aber trotz des harmonischen Zusammenspiels bildet sich dabei keine Dynamik heraus, die Geschichte bleibt gefühlt bis zum Beginn des Finales in den Startlöchern hängen.

Erst wenn im überbordenden Finale alle Fäden zusammenlaufen, triumphiert der Film. Peyton Reed versteht Actioninszenierung nicht als Aneinanderreihung standardisierter Spektakelbilder, sondern wahrt das schmale, figurenorientierte Ausmaß seines Vorgängerfilms. Das Tempo ist flott und die Bilder ertrinken nicht im Wust digitaler Wundertaten, sondern erfreuen mit Bodenhaftung und sauberen Farben. Die Rolle des Überbrückungsfilms wird hier mit großer Hingabe und irgendwann auch Ausgelassenheit gespielt – und das Ergebnis ist luftiges Sommerkino. Nie ein großer, aber zumindest ein kleiner Spaß – ganz im Sinne seiner Superhelden.

Kinostart: 26.97.2018

Beitragsbild: © Marvel Studios

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